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Mobile Tankanlagen haben’s in sich

Wer draußen arbeitet, kommt ums Nachtanken nicht herum. Dafür gibt es eine Vielzahl an mobilen Tankanlagen, die nahezu alle Wünsche abdecken. Doch sollte man sich vorher genauer anschauen, unter welchen Bedingungen getankt wird, und erst danach den Transport- und Lagerbehälter auswählen. Denn allen ist gemein, dass in ihnen Kraftstoff transportiert wird, und der unterliegt dem Transportrecht für Gefahrgut. Peter Richter gibt einen Überblick.

Geregelt wird dies bundesweit durch die „Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn“ (GGVSE) sowie international durch das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, kurz ADR. Daher müssen mobile Tankanlagen zwingend als Transportbehälter für Gefahrgut zugelassen sein. Ausnahme: Der Transport nach der sogenannten Handwerker-Regelung. Die Gefahrgutverordnungen und -gesetze sprechen übrigens ausschließlich von Verpackungen oder anderen Umschließungen, nicht von mobilen Tankanlagen.Dies können eine Verpackung sein (Fässer oder Kanister) oder sogenannte ADR-Tanks (Tankwagen, Tankcontainer, Aufsetztanks und ortsbewegliche Tanks), die allerdings immer seltener verwendet werden. Weit verbreitet sind dagegen IBC (Intermediate Bulk Container). Das Regelwerk ist sehr umfangreich und betrifft sowohl das Fahrzeug und seine Ausstattung als auch das Personal und seine Qualifikation sowie die Be- und Entladestellen.

Wegen der zahlreichen Vorschriften hat der Gesetzgeber den sogenannten „Transport unter vereinfachten Bedingungen“ zugelassen. Er legt fest, dass der Transport des flüssigen Gefahrgutes nur in einer Verpackung oder einem IBC erfolgen darf. Außerdem darf die beförderte Menge an Diesel 1 000 l nicht überschreiten. Ottokraftstoff ist sogar auf nur 333 l beschränkt. Zudem muss ein  Beförderungspapier gemäß GGVS, Abschnitt 5.4.1, vorliegen und der Behälter den Vorschriften entsprechend gekennzeichnet sein. Wenn dann noch ein 2-kg-Feuerlöscher im Fahrzeug mitgeführt

Die sogenannte Handwerkerregelung

Mit der Handwerkerregelung besteht eine weitere Möglichkeit, gemäß 1.1.3.1 c ADR-Kraftstoff zu befördern. Dies betrifft die Beförderung von maximal 450 l Kraftstoff in einer geeigneten – aber nicht zwingend zugelassenen – Verpackung zum direkten Verbrauch. Die Fahrtstrecke bei diesem Transport muss direkt zur zu betankenden Maschine oder dem Fahrzeug führen. Die Tagesmenge muss dort verbraucht werden, und es dürfen nur geringe Reste wieder mit zurückgenommen werden. Eine weitere Ortsveränderung, beispielsweise zur Mittagspause im nächstgelegenen Ort, ist nicht zulässig. Folgendes muss im Rahmen der Handwerkerregelung erfüllt sein: Es ist eine geeignete, dichte Verpackung zu nutzen, also bitte keinen alten Heizöltank wählen. Die Kennzeichnung muss nach Gefahrstoff- oder Gefahrgutrecht erfolgen. Die Ladung muss ausreichend gesichert sein und an der Verpackung darf an ihrer Außenseite kein Medium anhaften, also beispielsweise Dieselspuren. Da für die geeignete Verpackung stets und alleinig der Anwender verantwortlich ist, ist es ratsam, eine zugelassene Verpackung zu verwenden: Die Strafen bei Verstößen übersteigen den Kaufpreis eines zugelassenen Tanks bei weitem.

Metall oder Kunststoff?

IBC können aus Stahl gefertigt sein oder, als Kombinations-IBC, aus einem Kunststoffbehälter bestehen, der von einer Wanne aus Stahlblech umgeben ist. Daneben finden sich IBC, die vollständig aus Kunststoff hergestellt sind. Die Modelle aus Stahl sind zwar deutlich schwerer als solche aus Kunststoff, bieten jedoch einige Vorteile: Sie sind sehr robust und verfügen über eine hohe Stabilität, zudem sind sie widerstandsfähiger gegen Dieseldiebstahl und Vandalismus. Hinzu kommt: Stahltanks können zeitlich unbegrenzt eingesetzt werden, sofern sie die vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen bestehen. Kombinations-IBC und Voll-Kunststoff-IBC hingegen dürfen gemäß ADR, Absatz 4.1.1.15, nur fünf Jahre genutzt werden, und zwar ab Herstellungsdatum. Allerdings streben die Hersteller derartiger Tanks eine Fristverlängerung an, was bisher aber deutlich verweigert wurde. Daher bietet ein Hersteller von Kunststofftanks einen Austauschtank an. Dabei muss der Hersteller selbst oder ein speziell zugelassener sogenannter Rekonditionierer, also ein Instandhalter, den Korpus tauschen und dann prüfen.

Auch der Oberflächenbehandlung sollte man Aufmerksamkeit schenken: IBC aus Metall können im Tauchverfahren feuerverzinkt werden und sind so innen und außen wirkungsvoll gegen Korrosion geschützt. Lackierte Behälter hingegen sind innen ungeschützt. Daher kann dort Feuchtigkeit das Metall unbemerkt angreifen. Kunststoffbehälter sind von Korrosion grundsätzlich nicht betroffen.

Drei verschiedene Bauweisen

Auch die Bauweise der IBC ist wichtig: Es gibt doppelwandige Behälter, einwandige mit Auffangwanne sowie nur einwandige. Allerdings gilt nur der als „doppelwandig“, der über ein wirksames Leckanzeige-System verfügt, das sowohl den Innen- als auch den Außenbehälter ständig überwacht. Dies geschieht entweder nach dem Vakuum- oder dem Flüssigkeitsprinzip, das in dem Raum zwischen den beiden Behälterwänden eingesetzt wird. Bei ersterem System bricht das Vakuum zwischen dem Innen- und Außenbehälter zusammen, wenn ein Leck entstanden ist. Da Luft eine sehr viel geringere Moleküldichte als Flüssigkeit hat, wird der Leckagealarm bereits ausgelöst, bevor überhaupt Diesel ausgetreten ist. Beim Flüssigkeitsprinzip ist der Zwischenraum mit Flüssigkeit gefüllt und ein volles Schauglas signalisiert die Dichtigkeit. Bei einer Leckage entleert es sich, wegen der höheren Moleküldichte allerdings erst sehr viel später als beim Vakuumprinzip.

Bei einwandigen Behältern in einer Wanne, die üblicherweise oben offen ist, kann baubedingt keine andauernde Leckageüberwachung erfolgen. Um Leckagen zu entdecken, führt man daher einen Peilstab zwischen Behälter- und Wannenwand ein. Nach dem Ziehen kann man an der Spitze des Peilstabes sehen, ob sich Flüssigkeit in der Wanne befindet. Das kann statt Diesel jedoch auch Regenwasser sein, und ob die Wanne selbst dicht ist, lässt sich so auch nicht feststellen. Die Flüssigkeit muss in jedem Fall analysiert werden. Handelt es sich nicht nur um Wasser, ist sie als Sondermüll zu entsorgen. Diese Behältertypen sind in der Regel spätestens alle zehn Jahre ausei nan derzubauen und von einem Sachverständigen nach Wasserrecht zu prüfen.

Ganz neu sind sogenannte Verpackungen. Dabei handelt es sich um Behälter mit 450 l Fassungsvermögen. Sie erhalten eine spezielle Zulassung und müssen nicht wiederkehrend nach ADR auf Dichtigkeit geprüft werden. Sie gibt es in ein und doppelwandiger Ausführung. Die Zulassung ist wie bei einem 200-l-Fass.

Wie sicher sind die Armaturen?

Wer auch im Wasserschutzgebiet unterwegs ist, sollte sicherheitshalber da rauf achten, dass die eingesetzten ICB den erhöhten Anforderungen an den Gewässerschutz entsprechen. Das ist bei doppelwandigen Behältern oder einwandigen mit Auffangwanne gegeben. Rein einwandige Behälter dürfen in Wasserschutzgebieten meistens gar nicht genutzt werden.

 

Auch ein Blick auf die Armaturen ist ratsam. Sind sie so angebracht und geschützt, dass sie nicht aus Versehen abgeschert werden können? Laut Vorschrift müssen alle Öffnungen und Leitungen an Gefahrgutbehältern abschließbar und gleichzeitig dicht sein. Auch hier sollte man nachfragen, wie das garantiert wird.


Die Zulassungsvorschriften fordern, dass die ICB-Behälter sowohl von unten gehoben werden können, also mit Stapler oder Hubwagen, als auch von oben per Kran. Wie viele Kranösen vorhanden sind, ist dabei nicht wichtig: Bei der Zulassungsprozedur werden die vorhandenen mit 150 % des maximal zulässigen Gesamtgewichtes getestet und müssen es aushalten.


Diese Marktübersicht soll Ihnen helfen, sich für die am besten für Sie geeignete mobile Tankanlage zu entscheiden, zugeschnitten auf Ihre Bedürfnisse und Ihr Arbeitsumfeld. Leider haben sich von acht angefragten in- und ausländischen Herstellern nicht alle bereit erklärt, daran teilzunehmen. Dennoch dürfte die vorgestellte Gerätevielfalt ausreichen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Info


Quelle: LZ Rheinland, Ausgabe 50.2017

 

 

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