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Unter der Sonne Tunesiens

Die Automobilbranche erschließt neue Wachstumsmärkte in Afrika. Ein großes Tanklager an der Küste zum Golf von Tunis wird jetzt von der Hamburger Firma M+F Technologies mit smarter Technik ausgestattet, die für hochwertigen Kraftstoff sorgt. Und die Tanks? Kommen aus Rietberg!

 

Die Hauptstadt Tunesiens ist ein Touristenmagnet. Selbst im Herbst lockt Tunis Tausende von Besuchern an, die das orientalische Treiben in den Souks und die Médina – die historische Altstadt – erleben möchten. Kein Wunder also, dass der Tourismus eine der größten Einnahmequellen der Stadt ist. Und obwohl Tunis als Verkehrsknotenpunkt gilt, ist der Automobilsektor noch ein recht unbedeutender Wirtschaftszweig. Viele Menschen nutzen die Bahn. Hier und dort sind sogar noch Dromedare im Einsatz.

Doch Autos sind im Kommen. So wurden laut GTAI, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutsch- land, 2015 bereits mehr als 1,9 Millionen Fahrzeuge in Tunesien gezählt. Mit diesem Wachstum steigt auch der Kraftstoffbedarf. Und genau das erkannte der tunesische Kunde der Firma M+F Technologies, die für smarte individuelle Lösungen rund um Mineralölumschlag bekannt ist – bisher jedoch eher in Europa.

1,9 Millionen
Afrika gilt in der Automobilbranche als Kontinent mit Potenzial. Auch Tunesien wird mobiler. 2015 wurden hier bereits mehr als 1,9 Millionen Fahrzeuge gezählt. (Quelle: GTAI)

Was sind eigentlich Additive?
Additive werden in geringen Mengen Kraftstoffen beigemischt, um deren Eigenschaften zu verbessern. Sie helfen zum Beispiel, die Motorleistung zu erhöhen, den Verbrauch zu reduzieren oder den Motor zu reinigen. Diesen „Premiumkraftstoff“ kann man an vielen Tankstellen zapfen. Manchmal dienen Additive jedoch auch als farbliches Unterscheidungsmerkmal für die verschiedenen Tankstellenbetreiber.

Nordafrika ruft
Mit dem neuen Kunden in Tunis gelang es dem Hamburger Unternehmen erstmals, ein Projekt in Nordafrika zu gewinnen. Im Fokus des Auftrags: ein großes Tanklager, direkt an der Küste zum Golf von Tunis. Die Aufgabe: das individuelle Beimischen von Additiven zu den gelagerten Kraftstoffen. Benzin und Diesel sollten um fünf verschiedene Additive angereichert werden. Wie das funktioniert? Im Prinzip ganz einfach: Ein Lkw fährt langsam vor, das System erkennt, welche Rezeptur benötigt wird und wählt aus den verfügbaren Additiven die richtige Beimischung aus. Und damit wird der Tank befüllt.


Klingt simpel, ist aber sehr smart
Was so spielend leicht klingt, ist in Wirklichkeit ein Hightech-Szenario. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Automatisierungs- und Messwertsystem: die MFX_4 Steuerung von M+F Technologies. Diese ist in der Lage, alle wichtigen Parameter zu beachten, die einen Einfluss auf die Befüllung haben – vom Tankvolumen bis zum Mischverhältnis. 

Zunächst erkennt das Messwerterfassungssystem MFX_4 die Signale des Tankwagens und dessen spezifische Anforderung. Auf Basis dieser Signale, die zuvor in der Software definiert worden sind, ermittelt das Gerät das korrekte Mischverhältnis. Sobald die Betankung starten soll, werden die Regelventile an den Lagertanks geöffnet. Dies passiert sehr langsam, um Blasenbildung und damit Ausgasung zu vermeiden. Währenddessen wird der Volumenfluss gemessen. Ist ein bestimmter Punkt erreicht, läuft die Betankung mit voller Leistung. Zum Ende wird sie wieder gedrosselt, um exakt die gewünschte Menge zu erzielen.

Auch der Durchfluss spielt eine wesentliche Rolle – und dieser hängt von der Temperatur ab. Bei 20 Grad Celsius ist er völlig anders als bei 0 Grad Celsius. Auch das misst die smarte Software von M+F Technologies und reagiert entsprechend.


Starke Hardware aus Rietberg

Doch nicht nur die Steuerungs- und Messtechnik spielen im Tanklager bei Tunis eine elementare Rolle, sondern auch die Lagerung. Und hier kommt die Rietberger Behältertechnik ins Spiel. „Für uns waren Meeresnähe, Sonneneinstrahlung, Füllmittel und auch die Pumpentechnik von großer Bedeutung“, berichtet Guido Röttgers, Business Development/Export Nord/Ost.

Der Edelstahl, aus dem die Lagertanks LT elh 3000 hergestellt werden, sorgt dafür, dass im Kraftstoff keine Verunreinigungen auftreten. Zudem erhalten die Behälter eine spezielle Beschichtung mit Farbe aus Titandioxid. Die Farbe enthält weiße Plättchen mit reflektierender Wirkung – das reduziert die Aufheizung. „In einem sonnenverwöhnten Land wie Tunesien ist das elementar“, meint Röttgers. „Der Edelstahl, aber auch die Nassbeschichtung, sorgen natürlich auch für starken Korrosionsschutz. An der Küste ist das besonders wichtig, denn die salzhaltige Meeresluft erhöht die Rostgefahr erheblich.“ Zwei weitere Vorteile der Tanks: Sie sind nicht nur mit explosionsgeschützten Geräten und für den Ex-Bereich geeignet, sondern auch explosionsdruckstoßfest ausgeführt. Das heißt, sie würden selbst einer Explosion im Inneren standhalten ohne aufzureißen.

Aber auch die angebaute Technik hat es in sich. Die integrierten Motorpumpen fördern die Additive, obwohl diese nahezu keine Schmierwirkung aufweisen. Und die Pumpen leisten sogar noch mehr: Sie können Flüssigkeit, die beim Tankvorgang nicht abgenommen wurde, in den Tank zurückführen und den Inhalt damit permanent durchmischen.

Der Lagertank LT elh 3.000-E ist explosionsdruckstoßfest.

Ein Prototyp mit Potenzial
Der tunesische Kunde schätzt es sehr, dass er alles aus einer Hand bekommt – Software ebenso wie Hardware. Auch Hans-Christoph Ladwig von M+F Technologies schwärmt vom Teamwork: „Gerade bei Projekten dieser Größenordnung ist es wichtig, einen Partner zu haben, auf den man sich zu 100 Prozent verlassen kann. Mit den Rietbergern arbeiten wir schon mehr als 20 Jahre zusammen. Da weiß jeder, was der andere benötigt und erwartet.“

Die neue Tankanlage ist die erste ihrer Art in Nordafrika und ein Prototyp. Bis Ende des Jahres soll sie komplett fertiggestellt sein. Doch schon jetzt sind sich die Verantwortlichen ganz sicher: Es werden weitere folgen.

„Wir können jeden Kunden individuell bedienen. Ganz gleich, welche Anforderung hinsichtlich Füllstand, Durchfluss, Druck oder Temperatur nachgefragt wird – dank unserer Software lässt sich alles anpassen.“
Hans-Christoph Ladwig, Head of Business Unit Solutions, M+F Technologies GmbH

20 Jahre

Schon mehr als zwei Jahrzehnte arbeitet die Rietberger Behältertechnik mit M+F Technologies zusammen. Doch dieses Jahr feiert das Team eine Premiere: mit dem ersten Projekt in Nordafrika. Die Zusammenarbeit soll den Automobilsektor voranbringen. Mehr über M+F Technologies GmbH: www.m-f.tech

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